Wanderwoche des FDI Mannheim-Ludwigshafen-Speyer

und dem Skiclub Heddesheim

im Nationalpark Eifel vom 7. – 14. Oktober 2017

Wieder mal Glück gehabt mit dem Wetter und das spielt bei einer Wanderwoche ja immer eine große Rolle. Vor allem im Nationalpark Eifel. Hier ist es meist kühler und auch das Wasser ist ein wichtiger Faktor – von oben und unten.

Schönes Wanderwetter hatten wir uns erhofft -und hatten es auch. Anfangs noch mal mehr, mal weniger Wasser von oben, wurden wir 19 Wan-derer vom Skiclub Heddesheim und FDI Mann-heim-Ludwigshafen-Speyer doch jeden Tag mehr von der Sonne verwöhnt, die letzten Tage 10 Stunden lang.

Wald - Wasser – Wildnis,

das ist das Motto des Nationalpark Eifel!

Und das konnten wir an 6 Wandertagen mit insgesamt ca. 65 km Wanderstrecke erleben. 2x geführt von einer heimischen Waldführerin, 3x von einem Waldführer, 1x auf eigene Initiative, nachdem der Ranger kurzfristig absagte. Den obligatorischen Kulturtag verbrachten wir in Monschau. Dazu später mehr.

Unser Wanderdomizil war die Pension Diefen-bach in Heimbach. Hier waren wir sehr gut untergebracht und einige Wanderungen konnten direkt vom Haus gestartet werden. So auch die am Samstag. Sie führte uns zunächst zur Schwammenauel-Staumauer des Rursees und weiter durch eine landschaftlich sehr schön gelegene Ferienhausanlage (meist von den Nie-derländern genutzt) hinunter zum Heimbacher Staubecken mit dem Jugendstilkraftwerk, zurück nach Heimbach mit seiner über 1000jährigen Burg Hengebach. 9 km zum Einlaufen waren gerade genug.

Die nächste Wanderung (Sonntag) führte uns zum wilden Kermeter mit seinem barrierefreien Natur-Erlebnisgebiet. Von unserem Waldführer erfuhren wir, dass hier erstmals Laubmisch-wälder großflächig geschützt werden, die auf nährstoffarmen Böden wachsen und durch ein atlantisches Klima beeinflusst sind. Im Zentrum der europäischen Buchenverbreitung können auf diese Weise wieder ursprüngliche Naturwälder entstehen. Großartig gestaltete, natur bezogene Schaubilder zeigten uns, wie sich der Nationalpark entwickeln soll, ohne direkten Einfluss des Menschen. Nach anfänglichem leichten Regen wurde das Wetter immer besser und wir konnten auf gut präparierten Wegen die herrliche Gegend genießen. Das erste Ziel war der Urftsee mit seiner Staumauer. Unterwegs gab es durch unseren Führer immer wieder inter-essante Informationen zur Natur und den Entwicklungen des Nationalparks. Am Urftsee wartete dann schon das Schiff, das uns nach Rurberg brachte. Von da aus weiter auf dem Rursee mit dem Katamaran nach Schwammauel.

Die drei Talsperren Urftsee, Obersee, Rursee bilden die Eifeler Seenplatte und sind damit die Hauptanziehungspunkte des Nationalpark Eifel. Wandermöglichkeiten gibt es in großer Zahl. Eine von ihnen führte uns (Montag) zur Drei-borner Hochfläche. Umgeben vom Nationalpark Eifel liegt oberhalb des Urftsees die Enklave der ehemaligen NS-„Ordensburg“ Vogelsang. Ab 1934 errichtet, sollte sie als Ausbildungszentrum für den nationalsozialistischen Parteinachwuchs dienen. Nach Ende des Krieges übernahmen bri-tische Streitkräfte die Anlage und richteten auf der Dreiborner Hochfläche einen 3.300 Hektar großen Truppenübungsplatz ein. 60 Jahre lang war die Dreiborner Hochfläche aufgrund der militärischen Übungen für die Öffentlichkeit weitgehend gesperrt. Heute ist dieses Areal auf einem markierten Wegenetz für Wanderer wieder erlebbar. Dass man sich aber auch hier verirren kann, hat ein Teil unserer Gruppe erlebt.

Landschaftlich prägend ist der ständige Wechsel aus Grasland, verbuschten Bereichen und Wäldern. Zum Schluss dieses Tages konnten wir, von Rangern per Fernglas begleitet, das Schau-spiel der Hirschbrunft erleben.

Wollseifen soll nicht vergessen werden. Diese Ortschaft liegt inmitten der Hochfläche. 120 Familien mussten mit Einrichtung des Übungs-platzes innerhalb weniger Wochen ihre Heimat verlassen. Heute erinnern nur noch ein paar alte Gebäude (Schule, Kirche) an diese Zeit.

Zu Vogelsang ist noch zu sagen, dass sich hier seit 2006 ein neuer Ort entwickelt: Vogelsang IP als „Internationaler Platz“ für Toleranz, Vielfalt und friedliches Miteinander.

Tags drauf Dienstag) hatten wir uns den Wildnistrail vor-genommen. Auch wieder mit Waldführer. Eine Wanderstrecke, die teilweise von Wildschweinen stark frequentiert war. Die anstrengende Wanderung vom Vortag veran-lasste uns, nicht die ganze Strecke bis nach Zerkall zu laufen, sondern sie abzukürzen und mit der Rurtalbahn nach Heimbach zurückzufahren. Hier hat uns  dann ein gemütlicher Abschluss bei Kaffee und Kuchen gut getan. So konnten wir uns auch von unserem Waldführer verabschieden, der uns drei Tage begleitet hatte.

Mit PKW-Fahrgemeinschaften starteten wir in unseren Kulturtag (Mittwoch) nach Monschau, der Perle der Eifel. „Monschau zum Anbeißen“, diese Führung hatten wir gebucht und das war sie auch. Schon gleich zu Beginn der erste Anbiss: Halt an einer alten Senfmühle und die Möglichkeit zum Probieren etlicher feiner Senfsorten. Dieser vom Stadtführer lebendig und informativ gestaltete Stadtrundgang zeigte, dass Monschau in vielerlei Hinsicht einzigartig ist. Die historische Altstadt im engen Tal der Rur erinnert an die Tuchmacherzeit im 17. Jhd., der sie ihren städtebaulichen Reiz verdankt. Gut erhaltene, denkmalgeschützte Häuser im Fachwerkstil (über 400) oder mit typischen Monschauer Holzverschalungen stehen direkt neben den herrschaftlichen Häusern der Tuchmacher. Monschau bietet ein Ensemble, das in ganz Deutschland einzigartig ist und somit zu den bedeutenden historischen Altstädten gehört.

Der zweite Anbiss wurde uns dann vor einer alteingesessenen Bäckerei gereicht, ein schmackhaftes Stückchen Steinofenbrot. So kamen wir zum Roten Haus. Es wurde um 1760 von dem Tuchmacher und Kaufmann Johann Heinrich Scheibler als Wohn- und Geschäftshaus erbaut. Mit seiner spätbarocken Einrichtung spiegelt es heute noch den Glanz der großbür-gerlichen Wohnkultur wider. Eine weitere Kostprobe wurde uns von einem Restaurant gereicht: ein pikantes Senfsüppchen. Klein aber fein! Zum Ende des Rundgangs kamen wir zu einer am Marktplatz liegenden Konditorei. Hier duftete es nach Printen und Kuchen und wir durften kleine Pröbchen vom Venn Brocken, Monschauer Dütchen und eben von den verschiedenen Printen zu uns nehmen. Die waren so köstlich, dass fast alle aus unserer Gruppe in dieser Monschauer Kaffeestube landeten um die Süßigkeiten zu genießen. Monschau hat viel zu bieten, da braucht man Tage, um alles kennen zu lernen. Auf der Rückfahrt statteten wir der Herzogstadt Nideggen einen kurzen Besuch ab. Die Attraktivität dieses Städtchens wird durch den liebevoll gepflegten, historischen Stadtkern und die Burg Nideggen geprägt. Zwei gut erhaltene Stadttore mit der Stadtmauer aus Buntsandstein lassen den Besucher den Hauch der Vergangenheit spüren. Auf einer der wild-romantischen Gassen gingen wir direkt hoch zur Kirche und weiter zur mächtigen Burganlage. Das Städtchen blickt auf eine 700jährige wechselvolle Vergangenheit zurück und besticht heute noch durch ihre mittelalterliche Prägung.

Die Nordeifel bietet viele interessante Wanderwege. Einer davon ist die in der Rureifel gelegene Buntsandsteinroute. Diese kann von verschiedenen Startpunkten aus mit der Rurtalbahn erreicht werden. Wir fuhren also (Donnerstag) bis Zerkall und kamen nach einem anstrengenden Aufstieg auf den Höhenweg, der uns herrliche Ausblicke bescherte. Mächtige Buntsandstein-felsen wie das „Hindenburg-tor“ und riesige Kletterfelsen innerhalb der Felspassage konnten wir auf diesem herrlichen Wanderweg bestaunen. Begleitet wurden wir von einer Waldführerin, die uns auf die Schönheiten, aber auch auf die unbedingt einzuhaltenden Vorschriften aufmerksam machte. Nach einigen Stunden erreichten wir Obermaubach und ein am Stausee gelegenes Restaurant, in dem wir Durst und Hunger stillen konnten. Nach einem kurzen Aufenthalt an der Staumauer mit seiner viel beachteten Fischtreppe fuhren wir mit der Bahn nach Heimbach zurück.

Der letzte Wandertag (Freitag) sollte eigentlich von einem uns begleitenden Ranger durchgeführt werden. Aber der kam nicht und so gestalteten wir unsere Wanderung selbst und das erfolgreich. Die Klosterrunde mit Zwischenstation im Kloster Mariawald. Dieses liegt oberhalb von Heimbach, mitten im Herzen des Nationalparks Eifel, in 412 m Höhe. Mit den Autos waren wir schnell oben, besichtigten das Trappistenkloster, das einzige in Deutschland, und machten eine vorgezogene Mittagspause. Den meisten von uns schmeckte die als vorzüglich angepriesene Erbsensuppe und gestärkt machten wir uns auf den Heimweg, Ziel war die Staumauer Schwammenauel mit seinem Restaurant. An einer Kriegsgräberstätte vorbei ging es auf schmalen, manchmal rutschigen Wegen abwärts zum Heimbacher Staubecken und wieder steil hoch zum angepeilten Ziel, dem Rursee. Nach drei Stunden hatten wir es geschafft.

Das letzte köstliche Abendessen, eine gemütliche Abschlussrunde in einer tollen Gemeinschaft. Das ist das wirkliche Erlebnis einer Wanderwoche. Nachahmenswert. (WW)